ProductionProduktion

Der durchsichtige Sand.

Das Einwiegen der Grundstoffe ist der erste Arbeitsgang bei der Herstellung unseren mundgeblasenen Fensterglases. Jede Glassorte wird dabei ganz individuell gemischt. [01 + 02]. Quarzsand, Soda und Kalk, bei hohen Temperaturen geschmolzen, sind nach dem Erkalten ganz klar. Ein ehemals ganz und gar undurchsichtiges Gemenge wird zu einem der faszinierendsten Materialen: Glas. Nach dem Mischen wird das Gemenge in Tonbottiche, die Häfen, eingelegt und in den Öfen geschmolzen. Ausschlaggebend für die Zusammensetzung sind die gewünschte Struktur und Machart [03].

01 - Quarzsand, Soda und Kalk
01 - Quarzsand, Soda und Kalk
02 - Mischen der Grundstoffe
02 - Mischen der Grundstoffe
03 - Einlegen des Gemenges
03 - Einlegen des Gemenges

Vom Anfänger bis zur Aufschneiderin.

Über Nacht wird das Glas geläutert und vorbereitet für die wichtigste und schwierigste Bearbeitungsstufe: das Glasmachen. [04] An jedem Ofen arbeiten vier Mannschaften, die sich jeweils aus dem Anfänger, dem Einträger und dem Glasmachermeister zusammensetzen. Der Anfänger bringt durch Drehen der Glasmacherpfeife im Hafen das flüssige Glas an die Pfeife. Wiederholt geht er in den Hafen bis er die nötige Glasmenge hat. In verschiedenen Holzmodeln gibt er dem Glas durch Drehen und gleichzeitiges Einblasen die richtige Form. [05 + 06]

04 - Glasmacherpfeifen
04 - Glasmacherpfeifen
05 - Kölbelmacher
05 - Kölbelmacher
06 - Anfänger
06 - Anfänger

Abschließend bläst er den Glasposten in einer Holzform bis zur Kugelgröße auf und übergibt die Glasmacherpfeife dem Meister [07]. Der Glasmachermeister bläst die Glaskugel bis zur endgültigen Größe auf. Dabei dreht er den Ballon im Hobel und gibt ihm die exakte Form und Struktur [08].

07 - Glasposten
07 - Glasposten
08 - Glasmachermeister
08 - Glasmachermeister

Dies erfordert viel Können, Kraft und noch mehr Gefühl. Aber nur so lässt sich die unverwechselbare Eigenart von mundgeblasenem Flachglas erzielen.

Der glühende Glasballon wird an der Vorderseite aufgeschnitten [09] und mit der Auftreibschere geweitet [10].

09 - Öffnen des Glasballons
09 - Öffnen des Glasballons
10 - Weiten des Halbzylinders
10 - Weiten des Halbzylinders

Dasselbe geschieht nach nochmaligem Erhitzen auf der anderen Seite [11]. So entsteht ein gleichmäßiger Glaszylinder, dem anschließend in einer Kühlstraße kontrolliert die Spannungen entzogen werden. Am Ende des wichtigsten Produktionsvorgangs steht die Kontrolle der fertigen Zylinder. Erst dann schneidet die Aufschneiderin diese der Länge nach auf. [12]

11 - fertiger Glaszylinder
11 - fertiger Glaszylinder
12 - Aufschneiden des Zylinders
12- Aufschneiden des Zylinders

Vom Zylinder zur Tafel.

Der aufgeschnittene Glaszylinder wird nun erneut erhitzt und aufgeklappt, gestreckt [13]. Mit einem speziellen Stück Holz wird die wellige Tafel glatt gebügelt [14].

13 - Streckofen
13 - Streckofen
14 - Glätten der Glastafel (Bild: COM PR + Marketing Fürstenzell / Scholz)
14 - Glätten der Glastafel (Bild: COM PR + Marketing Fürstenzell / Scholz)

In einer Kühlstraße wird durch langsames und kontrolliertes Absenken der Temperatur die Spannung aus dem Glas genommen. Somit wird eine besonders gute Schneidfähigkeit der Gläser erreicht. Nach dem Abkühlen wird jede Tafel noch einmal auf Ihre Qualität hin geprüft [15].

15 - mundgeblasenes Fensterglas
15 - mundgeblasenes Fensterglas
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